Offener Brief

Offener Brief nach einer kontroversen Konversation mit Twitter-Usern des Twerion Network und Kritik an dem Beschwerdesystem des sozialen Netzwerks Twitter.

Liebe Leserin, lieber Leser,

mein Name ist Marcel Hiller.

Ich versuche jeden Donnerstagabend aus meinem freizeitlichen und unentgeltlichen Engagement heraus ein Radioprogramm für rund 50 Sender aus Internet und Rundfunk auf die Beine zu stellen. Ganze drei Stunden lang unterhalte ich Hörer unterschiedlicher Art, von jung bis alt, Schlagerfans bis Hard-Rock-Liebhaber, Computer-Zocker bis Doktoren. Meine Sendung deckt viele verschiedene Sendersparten ab, und somit auch viele verschiedene Interessen der Hörer, die alle zusammen für drei Stunden das gleiche Programm aus Charts, Pop und elektronischer Musik hören. Das Programm wird interaktiv gestaltet. Jeder Hörer kann mit seinem Musikwunsch in der Sendung mitwirken und Grußbotschaften schicken. Ebenso biete ich eine Vielzahl an Gewinnspielen an, die von den Hörerinnen und Hörern und darüber hinaus in überragender Freude und hohen Teilnehmerzahlen angenommen werden.

Vielen Personen gefällt mein Angebot, viele Leute setzen sich auch mit mir persönlich in Kontakt und danken für meine tollen Live-Sendungen. Die Nähe zum Hörer oder der Hörerin spielt bei mir eine wichtige Rolle und das wissen auch diejenigen Personen zu schätzen, welche zu mir über die verschiedenen Portale ebenfalls in nettem Umgangston Kontakt aufnehmen. Viele Hörer schicken mir zu Ostern Grußbilder mit Osterhasen und drücken mir Ihre Begeisterung über meine Angebote und Leistungen aus. Das ist auch für mich eine unfassbare Freude zu hören, dass es Personen gibt, die meine Arbeit wertschätzen. Umso offener versuche ich auch innerhalb meiner Show mit Ihnen in Kontakt zu treten, in der Hoffnung, dass Sie, als meine Hörerinnen und Hörer, in die Konversation mit eingebunden werden, egal mit welchen Themen. Und das ist das was meine Show so einzigartig macht. Zusätzlich zum Musikprogramm kommen wir zusammen ON-AIR und OFF-AIR ins Gespräch und unterhalten uns über alle möglichen Dinge. Deswegen sind Sie, liebes Publikum, mir sehr wichtig und ich freue mich immer darüber, wenn Sie mir Kraft geben für meine Sendungen und die Show durch Ihre Mitwirkung interaktiv mitgestalten.

Leider bin ich nun nach der letzten Sendung (29. März) an eine andere Front gestoßen. Es gibt auch Personen, bevorzugt aus dem minderjährigen Bereich, welche meine Sendung nicht so toll finden. Generell möchte ich hier betonen, dass ich persönlich gut und gerne mit Kritik umgehen kann. Einzige Voraussetzung ist, dass diese in einer konstruktiven Weise verfasst wird. Dann gehe ich auch gerne darauf ein. Aber das, was mir nach der letzten Sendung zu Augen gefallen ist und die entsprechenden Nachwirkungen davon, übersteigt jeden möglichen Erwartungshorizont.

Bis zuletzt wurde meine Sendung wöchentlich über den Sender RandyFM ausgestraht. RandyFM zeichnet sich als ein TeamSpeak- und Community-Radio aus. Im Prinzip ist ein solcher Sender der perfekte Platz für eine interaktive Sendung. Dies wollten aber einige Benutzer nicht wahrnehmen. Die Sendung wurde über RandyFM hinaus auf dem Community-Server „Twerion Network” weiterverbreitet. Die dortigen Hörer meiner Sendung verschafften Ihrem Unmut über meine Sendung öffentlich über Twitter Luft.

Ich würde im Radio zu viel reden, das nerve. Ich solle nur Musik spielen, schreibt ein Twitter-User, der durch den Nutzernamen her eindeutig dem Twerion Netzwerk zuzuordnen ist. Für mich klingt das nicht nach einer konstruktiven Kritik. Meine Interpretation „Sieh zu, dass du deine dumme Laber-Klappe aus dem Sender entfernst“, passt zu hundert Prozent in obige Aussage. Da fordere ich solche Personen gerne freiwillig zum Abschalten auf, auch wenn sie schon dabei sind, an meinem Mund eine Stumm-Taste zu suchen: „Lieber Marcel, gibt es eine Möglichkeit dich stumm zu schalten?“ Ja, lieber 16-jähriger Community-Moderator von Twerion. Sage ich doch oben, Sender ausschalten und am besten nicht einschalten. Der Sender sei aber gut, nur der Marcel Hiller nerve. Ach nein, ab sofort heiße ich ja inzwischen „Matzel“. So langsam wirkt das schon beleidigend und übel, wie hier über mich gesprochen wird. Und mein Name wird auch noch verschandelt. Das hört sich schon recht übel an und verletzt auch zum Teil meine Gefühle und meine Ehre. Und das alles, weil man scheinbar die Taste zum Ausschalten des Senders nicht findet. Das ist aber erst noch der vergleichsweise harmlose Teil, zu dem, was in den nächsten Absätzen folgt.

In Zwischenzeit schalte ich mich aus der nicht enden wollenden Konversation aus. Ja, hier habe ich wirklich keine Lust mehr mich mit (gezwungenermaßen) Hörern auseinander zu setzen. Während ich meine Maus über die Blockieren-Felder bewegte, rätseln die sichtlich aufgeregten Hörer, ob der Sender RandyFM eine Wette verloren hätte, sodass ich bei ihnen senden müsse. Nö, ich habe dem Sender mein Angebot geschickt, dass es ihnen freisteht, meine Sendung zu übernehmen und das scheint auch drei Monate lang geklappt zu haben. Nun hat der Sender meine Sendung wieder de-abonniert. „Tut mir echt leid für euch…“, schreibt der Twitter-User des Twerion-Netzwerkes an den Sender. Und das tut es mir auch, dafür, dass eine Sendung abgesetzt wird, weil manche Leute einfach sich nicht mit der Kultur eines Radioprogramms auseinandersetzen wollen. Ich mache Radio, kein Spotify! Dort können sie ja hingehen, um nur Musik hören zu wollen, und kein Entertainment.

Wir sind wieder beim 16-jährigen Moderator des Twerion-Netzwerks angekommen. Die letzte Botschaft, die er an mich senden konnte, lautete „Bitte hör auf mit Radio“. Da habe ich eine klare Antwort: Warum aufhören, wenn es so schön ist? Kurz: Nein! Seit 4 Jahren bin ich im Radiogeschäft tätig. Mit 14 Jahren baute ich an meinem Gymnasium ein Schulradio in Eigeninitiative auf und engagiere mich seit diesem Zeitpunkt auch als Dozent und Projektleiter für die Weiterführung eines der größten Schulradios in Baden-Württemberg. Seit drei Jahren bin ich aktiv auf den großen Bühnen meiner Region präsent. Jetzt hören mich jeden Donnerstagabend mindestens 5.000 Personen aus Internet und Funk. Und da soll ich aufhören? Beantwortet euch diese Frage bitte selbst.

Der Unmut über mich und meine Sendung zieht sich nun scheinbar durch die gesamte Community. Ständig zwitschert eine neue Nachricht über Twitter rein. Schon lange war ich dort nicht mehr aktiv, schön ruhig war es auch, als hätte nun jemand gewollt, dass es jetzt dafür Zeit wird, den Marcel auch auf Twitter wieder zu mobilisieren. Die Konversation zieht weitere Kreise im Twerion-Netzwerk und deren Twitter-User. Was auch immer „Memes“ sind, ich scheine nun zu einem geworden zu sein. Ein anderer Twitter-User außerhalb der Konversation veröffentlicht ein Bild unserer Konversation – unzensiert und mit klaren Anspielungen auf mich. „@hillermod Du Meme“ – ich fühle mich geehrt! Auch wenn ich von einem Schreibfehler (fehlendes „m“) ausgehe, scheint der Begriff hier eindeutig zweideutig gewählt zu sein. Ein „Meme“ soll ein Bild, oder auch ein Video, sein, das sich in einer rasanten Zeit viral sehr schnell verbreitet. Dazu ist aber die Konversation, wie wir sie oben gelesen haben, gar nicht gedacht, zumal auch mein Name und mein Profilbild in aller Öffentlichkeit in diesem „Meme“ zu sehen sind. Ja, hier reiche ich Beschwerde bei Twitter ein. „Accordingly, we have not taken any action at this time.“ Sie konnten gegen das Bild nichts unternehmen, weil Twitter keinen Verstoß gegen deren Nutzungsbedingungen finde. Vielen Dank, Twitter! So bekommt nun die gesamte Welt mit, dass der Marcel Hiller nervt und dass über ihn Unmut verbreitet wird! Alle weiteren Versuche, das Bild zu löschen, bleiben erfolglos.

Sorry, völlig vergessen, dass ich ja jetzt „Matzel“ heiße und nun habe ich scheinbar einen neuen Nachnamen bekommen: „Hilla“. Und unter diesem Pseudonym versucht sich nun der Ersteller dieser Twerion-Memes auszugeben. „i bims Matzel Hilla“ steht nun für jeden offensichtlich auf diesem Account. Scheint so, als wolle dieser User sich als mich aus geben (und nein, ich habe keinen Schreibfehler oben begangen).
Dies verstößt eigentlich auch gegen die Twitter-Regeln. „Person gibt sich als mich aus“. So kann man diesen Account bei Twitter anzeigen. Die Reaktion? Na ratet mal! Nicht viel weiter oben ist sie schon verfasst worden. Ein weiteres Mal: Danke Twitter!

Und als sei das schon die Krönung des ganzen Krieges gewesen, habe ich nun gedacht, ich falle ins dritte Reich zurück. Und so kam ich mir auch vor, als ich plötzlich von einem ganz neuen User angeschrieben worden bin: „M4tz3lHitler“ nennt sich dieser Benutzer. Hier gehen bei mir alle vorhandenen Alarmsirenen an! Ich frage mich, was nach dem Superlativ kommt. Dies übersteigt alle möglichen Vorstellungen und Achtung: Es beteiligen sich hieran auch Minderjährige, was am Schreibstil der Antagonisten deutlich erkennbar ist. Es werden hier klar nazistische Anspielungen auf meine Namen gebracht – von scheinbaren Benutzern des Twerion-Netzwerkes über Twitter. Ich habe mir gedacht, dagegen kann man doch sicher vorgehen, liebes Twitter-Team. Hier sind rechtswidrige Inhalte verfasst. Ich bewegte meine Maus wieder über das Melden-Feld. Ihr möchtet nicht wissen, was die Antwort darauf war!

Super, liebes Twitter. Ihr lasst das nun schon „Cybermobbing“ genannte Vorgehen der User einfach weiterlaufen. Egal, ob hier Ehre verletzt wird, nazistische Symbole vorhanden sind oder ob sich ein anderer User als meine Person ausgibt. Das ist die digitale Infrastruktur von heute, wie ich sie liebe! Wenn sich ein Netzwerk von sogenannten „Hatern“ bildet, aus einer Community heraus und auf Twitter völlig öffentlich postet, wird nicht dagegen vorgegangen. Wo ist da noch das sogenannte deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz? Wo sind die Prüfer von Twitter? Sind das überhaupt Menschen? Computern habe ich noch nie mein völliges Vertrauen ausgesprochen.

Es ist echt traurig anzusehen, wie manche User und Communities untereinander und in der Öffentlichkeit miteinander umgehen. Ich bin hier nicht der einzige Fall. Es geht weiteren Menschen so, dass sie öffentlich auf sozialen Netzwerken gedemütigt und heruntergespielt werden. Oft geht es hier auch in den Bereich des Strafbaren. Blockieren, was in dem Falle immer geraten und ausgeführt wird, heißt nicht gleich, dass alles aus der Welt geschaffen wird. Es muss stärker kontrolliert werden, was im Internet veröffentlicht wird! Und wenn ich nazistische Symbole und Anspielungen melde, gehe ich davon aus, dass der Inhalt kontrolliert und wie in meinem Falle endlich und schnellstmöglich entfernt wird, was aber bis jetzt noch nicht passiert ist.

Ich hoffe, dass ich mit meinem aufdeckenden Essay den ein oder anderen Gedankenanstoß liefern kann. In der zunehmenden digitalen Infrastruktur und der zunehmenden Konsumierung dieser auch durch Jugendliche, welche meinen, das Internet sei ein grenzenloser Spielplatz, kommt es immer häufiger zu solchen Vorkommnissen und überschreitet immer öfter auch rechtliche Grenzen. Es gilt, hier genügend Aufklärung und Kontrolle bereitzustellen, um einen gewissen Frieden in virtuellen Konversationen herstellen zu können. Bis jetzt hilft mir das Netzwerkdurchsetzungsgesetz herzlich wenig, wie man an den hier aufgeführten Beispielen sehen kann. Aber ich hoffe, dass sich dies ändert und man nicht befürchten muss, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.

Es grüßt
Euer Matzel Hilla!
(Marcel Hiller)

P.S.
Entschuldigt hat sich keiner und das Twerion-Netzwerk sieht sich nicht dazu bereit, eventuelle mir verborgene Beiträge und Konversationen über mich, trotz mehrmaligem Auffordern, zu löschen. Der Twitter-User mit den Memes hat inzwischen weitere zwei Memes als Anspielung auf mich veröffentlicht. Auch Twitter geht hier weiterhin nicht darauf ein.

(2. Bearbeitung / 10. April 2018)

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